Die Kunsttherapie dient als Methode zur therapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Dabei wird die nonverbale, künstlerische Ausdrucksform genutzt bei der Bearbeitung von erlittenen traumatischen Erlebnissen, Vernachlässigungen und Misshandlungen. Gerade bei den Erfahrungen, die sprach- und wehrlos machen oder wo es an adäquater und legitimierter Sprache fehlt von Übergriffen und Geheimnissen zu berichten, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten: freies Malen, Umgang mit Ton, Erstellen von Kollagen, Umgang mit verschiedenen Farbmaterialien, Erstellen von künstlerischen Produkten aus Holz und Metall.

Neben der materiellen Produktgestaltung spielt, ähnlich wie auch in anderen Therapieformen, der begleitende Therapeut eine wesentliche Rolle im Therapieprozess. Er bietet sich an für Übertragungsbeziehungen, sicherheitsspendende Orientierung und Grenzsetzungen. Der Therapeut bietet gerade (jugendlichen) Jungen ein männliches Gegenüber, so dass eine geschlechtsspezifische Identifikation und/oder Abgrenzung zum Tragen kommen kann.

Im Kinderheim St. Mauritz steht seit November 2003 ein großzügig eingerichteter Kunsttherapieraum zur Verfügung, in dem sowohl Einzel- wie Gruppenbehandlungen durchgeführt werden.