In der Spieltherapie kann das Kind das Spiel als die ihm adäquate Ausdrucksform benutzen, um seine Gefühle zu artikulieren und Kontakt zum Therapeuten aufzunehmen. Auf der Grundlage einer tragfähigen und exklusiven Beziehung zum/zur Therapeuten/in wird das Kind mit all seinen Stärken und Schwächen angenommen.

Es erfährt sich durch das akzeptierende Verhalten des/der Therapeuten/in als ein Individuum, das in der Lage ist, selbstverantwortlich zu handeln. Diese Akzeptanz bewirkt, daß das Kind sich selbst besser kennen- und verstehen lernen kann. Angesammelte und verdrängte Affekte wie Frustration, Aggression, Unsicherheit und Angst können so an die Oberfläche gelangen.

Der/die Therapeut/in ist sehr wachsam, um die Gefühle, die das Kind ausdrücken möchte, zu erkennen. Der/die Erwachsene reflektiert und verbalisiert sie auf eine Weise, daß das Kind einen neuen Zugang zu dem eigenen Verhalten gewinnt. Es wird dabei nicht reglementiert und bewertet. Dem Kind wird somit die Gelegenheit gegeben, mit Unterstützung des/r Therapeuten/in seine inneren Wachstumskräfte in konstruktive und positive Bahnen zu lenken. Das Tempo, dass das Kind dabei zur Reifung benötigt, wird von ihm selbst bestimmt.

Das Kind weist den Weg, der/die Therapeut/in folgt ihm. 

Die eigens für die Spieltherapie eingerichteten Räumlichkeiten geben die Möglichkeit, sich geborgen zu fühlen und in einem geschützten Rahmen Ideen frei auszudrücken. Um den Kindern eine umfassende Entwicklungschance zu ermöglichen, gibt es in der Spieltherapie nur wenige, dafür aber sehr klare Regeln (zeitliche, materielle und persönliche Grenzen).